Heute Nacht haben wir an einen sehr einsamen Campground übernachtet. Ohne Rezeption, ohne Wasser, ohne Strom und natürlich ohne Internet seit den letzten 80 km und auch noch für die nächsten 150 km.


Heute Morgen sind wir nochmals 10 km zurück gefahren zum Peyto Lake, das hat sich super gelohnt.
Der See wird von den umliegenden Gletscherresten gespeist und bekommt so seine türkise Farbe.



Der See hat die Form eines Wolfs. Sehr schön und vom Andrang her haben wir glaube ich eine gute Zeit erwischt.
Danach machen wir noch einen Stopp beim Mistaya Canyon. Der Fluss kommt aus dem Peyto Lake und gräbt sich hier tief in die Felsen ein.




Natürlich darf hier ein Stoamandl nicht fehlen.


Danach geht’s weiter auf der Icefield Parkway Road zu unserer Gletscherwanderung, wir haben noch einige Kilometer vor uns, so dass wir ein paar Aussichtspunkte entlang der Strecke auslassen.
Beim Icdfield Center ist natürlich wieder sehr viel los. Viele Leute wandern von hier aus zur Gletscherzunge und zum Gletschersee. Es gibt auch Touren mit Spezialbussen, die über extrem steile Hänge entlang der Moräne bis über den Gletscher fahren. Anna hat für uns eine Wanderung über den Gletscher gebucht.
Unsere Gruppe besteht aus 11 Leuten plus Guide. Zuerst werden wir ausgerüstet mit Regenhose und -Jacke, Grödeln für das Eis und Stöcken für die Schonung der Knie. Dann geht’s los. Wir fahren ein kleines Stück mit dem Minibus und passierten schon die ersten Markierungen mit Jahreszahl, wann der Gletscher bis zu diesem Punkt gereicht hat. Jochen und einige andere aus der Gruppe waren vor 20-40 Jahren hier, das ist bedrückend, wie weit er sich bis heute zurückgezogen hat.

Dann geht es auf abgetrennten Wegen entlang der Seitenmoräne hoch zum Gletscher. Hier liegen riesige Berge von Gesteinsschutt und die Wege ändern sich ständig, da alles in Bewegung ist. Unter dem Geröll befindet sich noch Eis, dass man an manchen Stellen erkennen kann.




Dann geht es los mit der Gletscherwanderung, wir legen die Ketten an und marschieren wir im Gänsemarsch den Gletscher hoch. Überall läuft Wasser in geringelten Rinnen, die blau schimmern, den Gletscher hinunter. Heather, unser Guide, erklärt uns viel zu den Rinnen, Rissen und Löchern die sich auf dem Gletscher befinden.





Es ist kalt auf den Gletscher und es bläst immer ein kalter Wind den Gletscher hinunter, aber zwischendurch kommt eine super warme Brise, die durch die Zirkulation von kalter Luft vom Berg und warmer Luft aus den Tal entsteht.
Wir haben viel Spaß und bekommen frisches Eis, ausgegraben aus dem Gletscher.





Es ziehen immer mehr Wolken auf und wir machen uns auf den Rückweg. Es fängt an zu donnern und erste Regentropfen fallen, wir sind fast zurück am Bus. Auf den letzten Metern beginnt es zu schütten und wir retten uns ins Trockene. Dann schüttet es richtig heftig, es gibt fast keine Sicht mehr und der regen vermischt sich mit Schnee, wir fragen uns schon wie wir die kurze Strecke vom Drop Off zum Camper kommen? Da ist es schon fast wieder vorbei und wir fahren weiter nach Jasper unserer nächsten Station.
40 km vor Jasper fängt das Waldbrandgebiet von 2024 an, alle Wälder links und rechts sind abgebrannt und es stehen nur noch weiße und schwarze Stämme an den Hängen. das sieht sehr gespenstisch aus.
Dann sind wir am Campingplatz, der damals auch abgebrannt ist, und genießen einen ruhigen Abend mit Elchkühen auf dem Platz.


